Die Umstellung von Kupfer- auf Glasfaserinfrastrukturen ist eines der größten Infrastrukturprojekte der kommenden Jahre. Mit ihr sind zahlreiche regulatorische, wettbewerbspolitische und verbraucherrelevante Fragen verbunden. Das Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS) geht dieses Thema frühzeitig an, um für alle Beteiligten Planungssicherheit zu gewährleisten. Dazu sieht der Koalitionsvertrag der 21. Legislaturperiode vor, ein umfassendes Migrationskonzept zu erstellen.

Kupfer-Glasfaser-Migration
Eckpunkte
Vor diesem Hintergrund hat das BMDS Eckpunkte für ein Migrationskonzept erarbeitet. Ziel ist es, möglichen gesetzgeberischen Handlungsbedarf zu identifizieren, Transparenz über noch offene Fragestellungen und Aufgaben zu erlangen, sowie einen kooperativen Ansatz zwischen allen an der Kupfer-Glas-Migration beteiligten Akteuren voranzutreiben.
Rahmenbedingungen
Aus Sicht des BMDS stärkt eine schnelle Kupfer-Glas-Migration (KGM) die Leistungsfähigkeit unserer digitalen Infrastruktur und damit die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Regulatorische, technische und praktische Rahmenbedingungen müssen daher so ausgestaltet sein, dass eine effiziente und zwischen allen Beteiligten kooperative Migration unterstützt wird. Dazu gehört,
- die Angebotsvielfalt und die ununterbrochene Versorgung der Verbraucherinnen und Verbraucher zu angemessenen Preisen sicherzustellen,
- das bestehende Wettbewerbsniveau zu erhalten und
- durch regulatorische Vorgaben und begleitende Öffentlichkeitsarbeit die notwendige Transparenz für alle Beteiligten zu schaffen.
Weitere zentrale Aspekte des Eckpunktepapiers sind:
- Aus Sicht des BMDS wird der Migrationsprozess gebietsweise erfolgen. Ein bundesweites Abschaltdatum ist nicht erforderlich. Sinnvoller ist es, eine regelbasierte Abschaltung beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen für eine Migration zu schaffen.
- Im Hinblick auf Wettbewerb und Diskriminierungsfreiheit gilt: Die Abschaltung muss überall dort erfolgen können, wo Glasfasernetze bestehen – unabhängig davon, wer diese Netze bereitstellt. Entscheidend dabei ist, bestimmte Voraussetzungen einzuhalten, indem etwa durch einen offenen Netzzugang die Angebotsvielfalt sichergestellt bleibt. Die Bundesnetzagentur (BNetzA)muss entsprechend über Instrumente verfügen, um eine solche diskriminierungsfreie Migration sicherstellen und einheitliche Abschaltregeln etablieren zu können.
- Ein weiteres zentrales Anliegen besteht darin, Transparenz für ausbauende Unternehmen zu schaffen. Dadurch können sich alle rechtzeitig auf den technisch aufwendigen Migrationsprozess vorbereiten. Ziel ist es, Informationsasymmetrien zu beseitigen und Investitionssicherheit zu schaffen.
In unseren Eckpunkten [PDF, 356 KB] haben wir für Sie noch einmal alles zusammengefasst.
Konsultation
Die Eckpunkte für ein Gesamtkonzept zur Kupfer-Glas-Migration wurden bis zum 14. November 2025 zur Konsultation gestellt. Die eingegangenen Stellungnahmen sind aus Gründen der Transparenz des Konsultationsprozesses hier veröffentlicht.
-
- Stellungnahme Deutsche Glasfaser Holding GmbH (not accessible) [PDF, 5 MB]
- Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern (not accessible) [PDF, 299 KB]
- Stellungnahme 1&1 (not accessible) [PDF, 437 KB]
- Stellungnahme ANGA Der Breitbandverband e.V. (not accessible) [PDF, 313 KB]
- Stellungnahme Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (not accessible) [PDF, 236 KB]
- Stellungnahme Bitkom (not accessible) [PDF, 104 KB]
- Stellungnahme Breitband Marburg-Biedenkopf GmbH (not accessible) [PDF, 247 KB]
- Stellungnahme Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (not accessible) [PDF, 286 KB]
- Stellungnahme Bundesverband Glasfaseranschluss e.V. (not accessible) [PDF, 356 KB]
- Gutachten zum Antragsrecht Bundesverband Glasfaseranschluss e.V. (not accessible) [PDF, 267 KB]
- Stellungnahme Deutsche Industrie- und Handelskammer (not accessible) [PDF, 186 KB]
- Stellungnahme Deutscher Landkreistag (not accessible) [PDF, 157 KB]
- Stellungnahme Deutsche Telekom AG (not accessible) [PDF, 470 KB]
- Stellungnahme eco - Verband der Internetwirtschaft e.V. (not accessible) [PDF, 197 KB]
- Stellungnahme EWE TEL GmbH (not accessible) [PDF, 282 KB]
- Stellungnahme Fachverband Rundfunk- und Breitbandkommunikation (not accessible) [PDF, 1 MB]
- Stellungnahme Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. (not accessible) [PDF, 239 KB]
- Stellungnahme Ingenieure für Kommunikation e.V. (not accessible) [PDF, 143 KB]
- Stellungnahme Kreisausschuss Lahn-Dill-Kreis (not accessible) [PDF, 304 KB]
- Stellungnahme von Bürgerinnen und Bürgern (not accessible) [PDF, 208 KB]
- Stellungnahme Länderarbeitskreis Telekommunikation, Informationswirtschaft, Post (not accessible) [PDF, 217 KB]
- Stellungnahme OXG Glasfaser GmbH (not accessible) [PDF, 221 KB]
- Stellungnahme Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz (not accessible) [PDF, 83 KB]
- Stellungnahme Sparnex NV (not accessible) [PDF, 149 KB]
- Stellungnahme Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat (not accessible) [PDF, 107 KB]
- Stellungnahme Bocholter Energie- und Wasserversorgung GmbH (not accessible) [PDF, 314 KB]
- Stellungnahme Stadtwerke Lübeck (not accessible) [PDF, 27 KB]
- Stellungnahme Stadtwerke Niesky GmbH (not accessible) [PDF, 4 MB]
- Stellungnahme Stadtwerke Rhede GmbH (not accessible) [PDF, 319 KB]
- Stellungnahme Stadtwerke Staßfurt GmbH (not accessible) [PDF, 3 MB]
- Stellungnahme Telefonica (not accessible) [PDF, 565 KB]
- Stellungnahme Verband der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt (VATM) e.V (not accessible) [PDF, 344 KB]
- Stellungnahme ver.di (not accessible) [PDF, 175 KB]
- Stellungnahme Verband kommunaler Unternehmen e. V. (not accessible) [PDF, 310 KB]
- Stellungnahme Vodafone GmbH (not accessible) [PDF, 132 KB]
- Rechtsgutachten Vodafone GmbH (not accessible) [PDF, 221 KB]
- Stellungnahme Verbraucherzentrale Bundesverband (not accessible) [PDF, 1 MB]
Weitere Informationen
Das Eckpunktepapier setzt inhaltlich auf bestehende Arbeitsprozesse auf:
- Die BNetzA hat im April 2025 das Impulspapier „Impulse zur regulierten Kupfer-Glas-Migration“ veröffentlicht. Es behandelt vor allem verfahrenstechnische Aspekte nach § 34 TKG, etwa zum Zuschnitt von Abschaltegebieten, den Anforderungen an alternative Zugangsprodukte und Zielnetze sowie zur Verteilung von Migrationskosten.
- Mit dem von der BNetzA moderierten Gigabitforum besteht zudem seit 2021 eine Plattform, in der sich die relevanten Stakeholder zu praktischen Fragen der KGM austauschen und in Projektgruppen bearbeiten.
- Das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) hat die Ausarbeitung des Eckpunktepapiers mit einer Studie zur Modellanalyse und einer Benchmark-Studie unterstützt.