
, Rede
Tag des Familienunternehmens
Rede von Dr. Karsten Wildberger
Es gilt das gesprochene Wort.
Sehr geehrte Vorstände und Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen,
sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestags,
sehr geehrte Familienunternehmerinnen und Familienunternehmer,
sehr geehrte Damen und Herren,
erst einmal ganz herzlichen Dank für die Einladung. Ich freue mich außerordentlich, heute hier sein zu dürfen. Und lassen Sie mich persönlich beginnen. Ich habe in meinem früheren Berufsleben für ein Unternehmen gearbeitet, das stark von seinen Gründern geprägt war. Und auch als die Gründer längst nicht mehr im operativen Geschäft und auch nicht mehr beteiligt waren, habe ich mich weiter regelmäßig mit ihnen getroffen. Nicht, weil ich es musste, sondern aus Respekt vor ihrer Lebensleistung, um von ihrem Rat zu profitieren. Und weil ich mich verpflichtet fühlte, ihr Erbe zukunftsfest weiterzuentwickeln.
Familienunternehmen zeichnen sich durch eine besondere Haltung aus: Verantwortung zu übernehmen für etwas, das oft größer ist als der eigene Zeithorizont. Sie gehen selbst ins Risiko. Sie denken in Generationen, nicht in Quartalen. Und machen ihre Unternehmen enkelfähig. Sie bauen etwas auf, auf das Familiengenerationen stolz sind. Sie schaffen und sichern Arbeitsplätze, übernehmen Verantwortung für die Menschen, die bei ihnen arbeiten, und erwirtschaften den Wohlstand, der dieses Land stark macht. Familienunternehmen sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Und zu oft bleiben sie unter dem Radar, weil sie einfach machen, statt darüber zu reden. Dafür gleich zu Beginn und von Herzen: mein großer Respekt und herzlicher Dank an Sie.
Diese Haltung, Verantwortung über den eigenen Horizont hinaus, das braucht auch der Staat. Gerade in dieser Zeit der Krisen, Kriege, Zölle, hohen Energiepreise, Fachkräftemangel, Bürokratie. Wer selbst ins Risiko geht und etwas Eigenes schafft, der entwickelt einen scharfen Sinn für eine einfache Frage: Wird geliefert oder nur geredet? Die Vereinfacher sind mit Antworten schnell bei der Hand, meist lauter als richtig. Doch bei aller berechtigten Kritik gerät eines aus dem Blick: Es bewegt sich etwas mehr, als die öffentliche Stimmung vermuten lässt. Und wer das verschweigt, füttert auch den Frust. Und Frust kippt schnell in Zynismus.
Aber richtig ist auch: Deutschland macht es Ihnen sehr häufig viel zu schwer. Der Staat ist an vielen Stellen der langsamste Teil der Wertschöpfungskette. Verfahren dauern zu lange, Zuständigkeiten sind zersplittert, Daten müssen permanent, dauernd geliefert werden. Und aus dem Versprechen von Entlastung wird in der Praxis nicht selten neue Dokumentation, neue Rechtsunsicherheit, neue Komplexität. Und für große Familienunternehmen, eigentlich für alle Unternehmen, aber gerade auch für Sie, geht es nicht um Kleinigkeiten. Es geht um Investitionsentscheidungen, um Wettbewerbsfähigkeit, um Planungssicherheit und am Ende um die Frage: Können Deutschland und Europa eigentlich Tempo? Denn Geschwindigkeit ist eine der wichtigsten globalen Währungen geworden. Und es gibt nur einen Weg, das zu drehen: das Notwendige anzupacken und umzusetzen, bis die Dinge funktionieren. Das ist der Auftrag der Politik. Daran müssen wir uns messen.
Was ist die Ursache dafür, dass sich seit Jahren zu wenig bewegt? Es gibt nicht die eine Antwort. Aber drei Ursachen will ich klar benennen. Ich werde auch noch konkret.
Erstens: 20 Jahre hat Deutschland bei den großen technologischen Umbrüchen, Deep Tech, vor allem zugesehen. Die Plattformen wurden woanders gebaut, die Standards anderswo gesetzt, Chips, Software, Cloud, Plattformgeschäfte, KI. Wir haben mitgenutzt und reguliert, aber kaum noch selbst gestaltet. Das ist eine strukturelle Innovationsschwäche. Ich betone das immer wieder, weil das Thema in der Debatte kaum vorkommt. Das Wachstum, das über Deep Tech entstanden ist, was hier fehlt, das ist auch einer der Hauptgründe, was uns heute zurückhält.
Zweitens: Bei uns sind immer viele zuständig, aber letztlich keiner verantwortlich. Wir haben ein System der atomisierten Verantwortung geschaffen. Als Organisationsprinzip ist das absurd und ohne Verantwortung keine Ergebnisse. Drittens: eine Kommentarkultur, die alles kommentiert, aber selbst nicht liefern muss. Erst wird lautstark Handeln gefordert und sobald gehandelt wird, kommt reflexhaft das Urteil: zu wenig, am Ziel vorbei. Und manchmal richten wir unsere Energie gegen uns selbst wie ein Körper, der sich bei einer Autoimmunkrankheit selbst bekämpft. Und wenn wir wieder nach vorne wollen, müssen wir damit aufhören. Nicht mit dem ernsthaften Ringen um Lösungen, aber mit dieser Selbstblockade.
Und mit der künstlichen Intelligenz öffnet sich jetzt ein Fenster, vielleicht das letzte, in dem wir noch zur Weltspitze aufschließen können. Und dieses Fenster bleibt nicht lange offen. Das ist der Anspruch der Regierung und auch der Grund, warum es dieses Ministerium überhaupt gibt: dieses Fenster zu nutzen. Gut ein Jahr sind wir nun im Amt und ich höre den Vorwurf, der uns oft begegnet: Es wird zu wenig gemacht, zu viel geredet, es geht zu langsam voran. Ich nehme das sehr ernst. Wenn man verlorene Jahre aufholen muss, wird man auch nicht am gewohnten Tempo gemessen, sondern an dem Abstand, den man wettmachen muss. Und deshalb haben wir das Haus anders aufgestellt, nicht in Strategiepapieren, sondern in Projekten mit messbaren Zielen, klaren Verantwortlichkeiten und verbindlichen Deadlines.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
stellen Sie sich für einen Moment mal ein Deutschland vor, das sich wieder stark anfühlt. Nicht laut, nicht getrieben, einfach stark, weil Dinge funktionieren. Für Bürgerinnen und Bürger, für die Verwaltung und gerade für die, die in Unternehmen tätig sind, die Unternehmen gründen wollen, weiterentwickeln. Das ist unser Zielbild 2029 für mein Haus. Und der Weg dorthin ist klar. Wir setzen auf vier Hebel.
Erstens: Staatsmodernisierung, ein Staat, der sich entknotet und wieder funktioniert.
Zweitens: digitale Infrastruktur, Netze, die das Fundament legen, auf dem alles andere aufbaut.
Drittens: die Verwaltungsdigitalisierung, der Deutschland-Stack als gemeinsame digitale Architektur. Für Bund, Länder, Kommunen und Wirtschaft.
Und viertens: Souveränität und künstliche Intelligenz. Eigene Infrastruktur, eigene Modelle, eigene KI-Anwendungen inklusive industrieller KI und einem Ökosystem.
Und diese vier Hebel wirken nun zusammen. Und ich will ehrlich sagen, wo wir stehen, was wir gemacht haben und auch was noch nicht funktioniert.
Hebel 1: Staatsmodernisierung. Genehmigungen statt Geduldsspiel. Am Ende entscheidet sich alles an der einfachen Frage: Wird der Staat einfacher, schneller, wirksamer oder nicht? Bund und Länder ziehen erstmals an einem Strang. Mit allen 16 Ländern haben wir die Modernisierungsagenda föderal aufgesetzt, über 200 Maßnahmen. Die Initiative für einen handlungsfähigen Staat hat sich einen Tag nach Beschluss zu Wort gemeldet, weil es auch in der Öffentlichkeit unterging. Weil es das erste Mal ist, dass wir einen strategischen Ansatz haben für die Entknotung und Modernisierung dieses Landes. Und darunter ist ein Punkt, der mir besonders wichtig ist: 30 Prozent weniger Berichtspflichten. Entlastung nicht fordern, sondern durchsetzen.
Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg legen vor mit der Beweislastumkehr, das heißt: erstmal alle Berichtspflichten auf null setzen. Man muss begründen, warum man sie braucht, und nicht umgekehrt, weil man sie abschaffen will. Und die Genehmigungsfiktion. Auf Bundesebene ist das rechtlich etwas schwieriger. Wir arbeiten aber gerade daran, wie es uns auch gelingen kann, das auf Bundesebene zu machen. Aber hier ist viel in Bewegung. Sicherlich zu langsam. Und wir verabschieden uns vom deutschen Goldrand. Bei Nachhaltigkeitsberichterstattung und Sorgfaltspflichten sind jetzt statt 15.000 Unternehmen nur noch 1.400 betroffen. Die Pönalien sind deutlich runter.
Und lassen Sie mich an dieser Stelle ein Missverständnis ansprechen, aus meiner Sicht ein Missverständnis, das immer noch ausbremst. Es gibt eine Ideologie, die sagt: Weniger Bürokratie heiße Absenkung der Standards. Das Gegenteil ist richtig. Wer den Staat einfacher macht, schützt seine Standards, weil er sie wieder durchsetzbar macht. Wir haben viele Maßnahmen in vielen der einzelnen Sektoren von Gesundheit, Landwirtschaft gemacht. Dann wird es ein bisschen kleinteilig. Dann kommt das Feedback: Ach, das ist aber kleinteilig. Ja, das ist kleinteilig. Weil die Komplexität, die wir angehäuft haben, teilweise auch sehr spezifisch ist. Und ganz konkret im Alltag, dazu gehören 123.000 Sicherheitsbeauftragte weniger und wie der Leiterbeauftragte, der Luftdruckbeauftragte. In der Pflege gewinnen wir 500.000 Stunden allein durch weniger Pflichtberatung. Wir haben ein wichtiges Entbürokratisierungsgesetz in Vorbereitung. Da werden wir auch Datenthemen bearbeiten für den Gesundheitssektor und auch bei der Digitalisierung. Da komme ich gleich drauf, geht vieles voran. Insgesamt wollen wir 15 Milliarden Euro Bürokratiekosten abbauen. Maßnahmen für 10 Milliarden Euro sind auf dem Weg. Sie spüren das noch nicht alles. Es ist auch noch nicht alles bei Ihnen angekommen. Es ist viel, aber bei Weitem nicht genug.
Hebel 2: digitale Infrastruktur. Glasfaser endet nicht am Bordstein, sondern im Gebäude. Wie wichtig leistungsfähige Netze sind, das brauche ich Ihnen nicht zu sagen. Ohne die gibt es keine Digitalisierung, kein Wachstum. Wir haben am Mittwoch im Kabinett die Novelle des Telekommunikationsgesetzes verabschiedet, nachdem wir wichtige Maßnahmen schon kurz nach Beginn der Legislatur umgesetzt haben, wie überragendes öffentliches Interesse. Und wir lösen drei Dinge. Erstens: Wir entbürokratisieren, beschleunigen. Deutlich. Zweitens: Das Kabel, das im Bordstein liegt, kommt jetzt ins Haus. Und wenn wir schon im Haus sind, kommen wir jetzt auch hinter die Türen. Das wird geregelt. Und drittens: ein Thema, das wir seit über zwölf Jahren in Deutschland überhaupt nicht gelöst haben, das ist: Wie kommen wir vom Kupfer auf Glas? Wir gehen das jetzt zum ersten Mal strategisch an, wie wir diesen Übergang gestalten. Und wir haben uns mit der Branche auf ein Memorandum of Understanding geeinigt, wo wir jetzt regelmäßig zusammenkommen mit KPIs, mit Zahlen, um den Ausbau weiter zu beschleunigen. Und die Richtung ist klar: von heute 53 Prozent Glasfaserabdeckung über 75 Prozent bis Ende der Legislatur. Das ist kein Zwischenschritt, das ist ein Sprung. Und auch bei Mobilfunk wird es vorangehen. Die weißen Flecken, das regeln wir über die Frequenzauflagen innerhalb der Regulierung.
Drittens: Verwaltungsdigitalisierung. Der Staat im Smartphone, nicht im Aktenschrank. Wenn ich Ihnen heute nur eine Sache mitgebe, dann diese: Wer von Verwaltungsdigitalisierung hört, denkt zuerst an Online-Formulare. Das greift viel zu kurz. Wir digitalisieren nicht nur die Verwaltung. Wir bauen zum ersten Mal eine skalierbare, souveräne Plattform mit eigenen Standards, eigener souveräner Cloud und eigener Schicht für Anwendungen, viele davon basierend auf künstlicher Intelligenz. Eine Plattform, die ein Ökosystem für und mit Unternehmen in Gang setzt. Und hier wird auch aus Staatsmodernisierung Wirtschaftspolitik. Und das ist der Deutschland-Stack. Der besteht aus drei Schichten. Erstens: gemeinsame Standards für Entwicklung, Schnittstellen und Interoperabilität. Zum ersten Mal konnten wir uns in diesem Land mit den Ländern auf einheitliche Standards einigen, auch Teil der Modernisierungsagenda föderal. Zweitens: die souveräne Cloud-Infrastruktur. Die haben wir vor zehn Tagen an zwei Konsortien beauftragt. Da sind viele Unternehmen beteiligt. Führend ist es die SAP, Telekom und auf der anderen Seite die Schwarz Gruppe, Schwarz Digits. Da arbeiten viele Unternehmen mit. Und diese souveräne Cloud ist ab Juli bereits operativ einsatzfähig. Das ist ein großes Thema, weil wir heute 85 Prozent bei Hyperscalern haben.
Drittens: die Anwendungsschicht mit agentischer KI. Zugang zu digitalen Verwaltungsservices und eine eigene KI-Plattform für die Verwaltung. Und auf diesem Fundament wachsen jetzt Anwendungen, die für Menschen, Wirtschaft und Verwaltung den Unterschied machen. Das braucht etwas Zeit, aber es ist ganz konkret in Arbeit. Die EUDI-Wallet, sie ist on track für Januar 2027 einsatzbereit. Und der eigentliche Wert der digitalen Brieftasche liegt im Ökosystem darüber. Vom Mobilfunkvertrag über die Bankidentifizierung bis zum digitalen Altersnachweis. Mehr als 150 Unternehmen arbeiten aktuell in unserer Sandbox an Anwendungen. Die Deutschland-App als zentrales Frontend zu den Leistungen der Kommunen, angebunden über die Zeit an genau jene Genehmigungsverfahren, die wir auch im Hintergrund Ende zu Ende digitalisieren und mit KI automatisieren. Das heißt, der Bürger stellt den Antrag und die KI hilft bei der Bearbeitung ohne Medienbruch. Wir sind aktuell mit acht Kommunen in der Entwicklung. Und drittens: agentische KI in der Sachbearbeitung. Im vergangenen Jahr haben wir eines der komplexesten Genehmigungsverfahren, das wir in Deutschland so anzubieten haben, nämlich Infrastrukturgenehmigungen über acht Teilprozesse automatisiert, Aufwandsreduktion 80 bis 90 Prozent. In Hamburg in der Nachnutzung, in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und die BNetzA wird das jetzt auch einsetzen für die Genehmigung von Stromtrassen. Und diese Plattform ist eben nicht nur Werkzeug für den Staat, sie ist eine Wachstumschance für die deutsche Wirtschaft.
Hebel 4: Souveränität und KI. Wir nutzen KI nicht nur, vielleicht bauen wir sie auch mal selber. Souveränität und künstliche Intelligenz sind nicht zwei Themen, sie sind eins. Wer bei KI abhängig ist, ist es politisch und wirtschaftlich. Und das ist mir eine Herzensangelegenheit. Für Unabhängigkeit braucht es drei Dinge: eigene Regeln, eigene Infrastruktur und ein eigenes Ökosystem. Zu den Regeln: Unser Prinzip ist einfach, was noch gar nicht da ist, regulieren wir nicht weg, bevor es überhaupt entsteht. Konkrete Produkte und Risiken regulieren: ja. Aber für Innovation, Entwicklung volle Kraft voraus. Und wir bringen uns auch bei der Datenschutz-Grundverordnung ein. Wir werden auch den Datenschutz, der siebzehnmal zerfasert ist im Land, harmonisieren. Das ist ein deutsches Problem. Das werden wir harmonisieren. Wir sind dazu im Austausch und arbeiten daran. Und das eigene Ökosystem kommt auch in Gang. Ich merke schon, ich werde hier gleich von der Bühne gekehrt.
Eigene Infrastruktur. Zwei Sätze noch. Eigene Infrastruktur. Wir haben die erste nationale Rechenzentrumsstrategie verabschiedet. Wir werden die Rechenkapazität verdoppeln in dreieinhalb Jahren bis 2030. Das wird auch gelingen, von 3 auf 6 Gigawatt. Und die KI-Compute-Fähigkeit vervierfachen. Und wir bauen auch die souveräne Cloud des Bundes aus. Und Sie werden häufiger erleben, dass wir als Staat als Ankerkunde auftreten. Der Staat ist kein guter Unternehmer, aber ist ein guter Kunde. Und auch bei den Start-ups kommen wir voran. Katherina Reiche ist hier. 30 Prozent mehr Start-up-Gründungen im letzten Jahr. Ein Rekordjahr. Und auch getrieben durch KI und Digitalisierung. Und aktuell 30 deutsche Unicorns. Und da ist auch etwas in Bewegung, über das wir sprechen müssen.
Was noch nicht gelungen ist: Bürokratieabbau ist zu langsam. Und ich kenne eben kein wirksameres Wirtschaftsprogramm, als dieses Land von der Last zu befreien. Es ist auch persönlich, sage ich, frustrierend, aber wir kämpfen dran. Es ist etwas in Bewegung und es kommt auch mehr Schwung rein, aber wir müssen einfach schneller werden. Zweitens: Auch Brüssel muss umdenken und die Regelungswut massiv zurückfahren. Die Wirtschaft braucht Entfaltungsraum. Aber wir bringen uns als Regierung auch zum ersten Mal wieder wirksam in Brüssel ein. Und ganz vorne steht der Bundeskanzler Friedrich Merz, der das auch durchdrückt. Und drittens: In Deutschland diskutieren wir fast ausschließlich im Krisenmodus. Und die öffentliche Debatte folgt immer dem, was aktuell akut brennt. Verständlich. Aber wenn wir nur das Akute managen, bauen wir zu wenig an der Zukunft. Und wir müssen auch Raum schaffen für längerfristige Themen.
So, meine Damen und Herren, komme ich zum Ende, bevor ich jetzt hier komplett runtergekehrt werde. Ich habe das Bild benutzt: Wir arbeiten an einem Deutschland, das sich doch wieder irgendwann mal stark anfühlt. Stark, weil Dinge funktionieren, stark, weil Versprechen eingehalten werden. Und Deutschland, das sage ich Ihnen mit aller Überzeugung, trotz all der Krisen und Herausforderungen, kann so viel mehr, als es sich jahrelang zugetraut hat. Und es geht am Ende um Vertrauen, um Leistungsfähigkeit, um das Grundgefühl, dass sich Anstrengung wieder lohnt. Das ist Gerechtigkeit. Und genau deshalb sind Sie so wichtig für dieses Land. Denn wenn Familienunternehmen investieren, wenn Sie modernisieren, wenn Sie neue Technologien in Ihre Wertschöpfung bringen, dann ist das mehr als betriebswirtschaftlicher Fortschritt. Dann ist das Zukunft für dieses Land. Sie denken in Generationen, enkelfähig, über Generationen stolz auf das, was Sie erwirtschaften. Und dieses Denken braucht auch der Staat. Wir bauen gemeinsam an einer Brücke, die das nächste Jahrzehnt trägt. Wirtschaft, Staat, Gesellschaft. Jeder trägt einen Pfeiler. Fehlt einer, trägt das Ganze nicht. Aber wenn alle drei tragen, dann wird aus Zweifel Zuversicht, aus Stillstand wird Tempo und aus dem Erbe, das Sie über Generationen aufgebaut haben, wird Zukunft. Dafür arbeite ich auch.
Vielen Dank.