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Bundesminister Wildberger auf der ALL IN 2026 in Kanada
Gastland Deutschland im Fokus / Stärkung der deutsch-kanadischen Digitalallianz
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger brach am Dienstag zur führenden KI-Konferenz ALL IN nach Montréal/Kanada auf. Vom 15. bis 17. findet Kanadas größte KI-Messe ganz im Zeichen Deutschlands als diesjähriges „Country of Honor“ statt. Begleitet wird er dabei von einer Wirtschafts- und Forschungsdelegation. Neben der Konferenzteilnahme steht die Vertiefung der deutsch-kanadischen Digitalallianz sowie der Austausch mit führenden kanadischen KI-Köpfen im Fokus der Reise.
Opening-Session-Bühnenauftritt: „We are going all in“
Wildberger hielt am Mittwochmorgen eine der drei Eröffnungs-Keynotes der ALL IN. Darin hob er die deutsch-kanadische Partnerschaft hervor, die durch den gemeinsamen Aufbau einer souveränen KI-Infrastruktur – von Rechenleistung bis zu sicheren Modellen – technologische Abhängigkeiten überwinden und Handlungsfähigkeit in einer unsicheren Welt sichern soll. Beide Länder setzen dabei auf „Safety by Design“, beschleunigte Innovationszyklen und die Verankerung demokratischer Werte im Kern der Technologie, um Freiheit nicht nur zu schützen, sondern aktiv zu gestalten. „Our values must shape the technology that will shape our lives. This is why our partnership matters. Together, we can build the technological and economic strength that sustains our freedom”, so der Digitalminister. Wildberger machte deutlich: „We share an ambition for our countries: to prosper, to remain free, and to shape our own future. Now we must turn that ambition into technologies people can trust, businesses that grow and opportunities that improve lives. Freedom needs builders. And many of them are in this room. Canada and Germany have the talent, the ideas and the friendship to build something that matters. Let us put them to work together. We are going all in.”
Direkt danach diskutierte er auf einem Panel – moderiert von Catherine Cullen (CBC) – mit dem kanadischen Minister Evan Solomon, Cohere-CEO Aidan Gomez und Aleph-Alpha-Mitgründer Samuel Weinbach unter anderem über die geplante Fusion beider Unternehmen.
Messerundgang: Deutsches KI-Ökosystem im Schaufenster
Gemeinsam mit Minister Solomon besuchte Wildberger den deutschen Pavillon. Zehn Partnerunternehmen und -organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichem Sektor – de:hub, DeepL, DFKI, TU Dresden, Giesecke+Devrient, Helmholtz, Schwarz Digits, WebID, die Länder Bayern und Baden-Württemberg sowie die DGUV – präsentierten dort ihre Lösungen. Das BMDS stellt am Infotresen eigene KI-Vorhaben wie KIPITZ, den Agentic AI Hub, SPARK und die DEU-App vor.
Bei einem Rundgang besuchte Wildberger die Stände verschiedener Firmen auf der ALL IN, darunter unter anderem DGUV, die kanadischen Tech-Firmen Zeitane und Gecco sowie SAP und Siemens.
Zentrale Deutsch-Kanadische Kooperationen: Sicherheit, Souveränität, Transfer
Die Reise brachte einige spannende Ankündigungen mit sich:
Am Mittwoch verkünden Minister Wildberger, Minister Solomon und KI-Pionier Prof. Yoshua Bengio die gemeinsame Förderung des LawZero-Vorhabens „Scientist AI“ mit jeweils bis zu 100 Millionen Euro. Das Projekt verfolgt einen mathematisch fundierten „Safe-by-Design“-Ansatz als Alternative zu potenziell gefährlichen, autonomen KI-Agenten. Mehr Informationen dazu sind in der Pressemitteilung zur LawZero-Förderung zu finden.
Zudem wurde die geplante Fusion von Cohere & Aleph unter Beteiligung der Schwarz Gruppe Alpha Thema der All IN. Die beiden führenden KI-Forschungsinstitute MILA und das DFKI gaben ihre enge künftige Zusammenarbeit bekannt – ein starkes Signal für den transatlantischen Wissenstransfer. Und auch die BG BAU, die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, unterzeichnete eine Kooperation zur digitalen Transformation mit ihrem kanadischen Pendant.
Bilaterale Gespräche und Sideevents: Brücken für Investitionen und Regulierung
Wildberger nutzte den Aufenthalt in Kanada auch für den strukturierten Austausch. Beim „Country of Honour Lunch“ am Donnerstag begrüßte er die Wirtschaftsdelegation und weitere hochrangige Gäste. Im Anschluss traf er mit den Leitungen der kanadischen KI-Institute MILA, Vector, AMII und CIFAR zusammen – moderiert von Prof. Antonio Krüger (DFKI) und begleitet von deutschen Spitzenforschern.
Gemeinsam mit Minister Solomon leitete Wildberger einen Roundtable mit kanadischen und deutschen Tech-CEOs zur Sovereign Tech Alliance, um Anforderungen der Industrie an die STA direkt aufzunehmen.
Ein weiterer Fokus lag auf der Finanzierung von Innovation: Bei einem Treffen mit kanadischen Venture-Capital-Investoren und deutschen KI-Start-ups (u. a. Neura Robotics, Codesphere) ging es um verbesserte Investitionsbedingungen für KI in Deutschland.
Den inhaltlichen Abschluss bildete die Präsentation der Ergebnisse eines DFKI/MILA-Workshops „Opportunities, Challenges and Risks of Agentic AI in Industry“.