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Bundesminister Wildberger in München: „Let’s play offensive“
KI-Industrieanwendung und europäische digitale Souveränität im Fokus
Zweitägige Reise mit Stationen bei Mistral, Bits & Pretzels, Helsing, BMW und Siemens – Austausch über europäische KI-Champions, KI-Automatisierung, Industrial AI und regulatorische Rahmenbedingungen.
Thema in und um München war, wie Künstliche Intelligenz in Deutschland und Europa vom Labor in die Anwendung kommt. Stationen von Bundesminister Dr. Karsten Wildberger waren der Festakt zur Eröffnung des neuen deutschen Mistral-Standorts in München, der CIO-AI-Summit der Bits & Pretzels, das Verteidigungs-KI-Unternehmen Helsing, das BMW-Future-Lab sowie das Siemens Technology Center in Garching.
Mistral-Hub in München: Europäische Champions brauchen Kooperation und politischen Rückenwind
Zum Auftakt eröffnete Wildberger am Montagabend gemeinsam mit Mistral-CEO Arthur Mensch, Black-Forest-Labs-CEO Robin Rombach, Bayerns Staatskanzleichef Dr. Florian Herrmann und dem bayerischen Digitalminister Dr. Fabian Mehring die neue Münchner Niederlassung des französischen KI-Unternehmens Mistral AI mit einem Festakt im Deutschen Museum. Im anschließenden Panel „How Europe can build AI champions in a global race“ diskutierte er mit Arthur Mensch und Robin Rombach darüber, wie europäische KI-Start-ups durch tiefe technische Kooperation statt isoliertem Wettbewerb zu globalen Champions werden können – und welche Rahmenbedingungen die Politik dafür setzen muss. „Sovereignty means being able to make your own decisions, even under pressure. And choice is only real if you have an alternative“ betonte er bei seiner Begrüßung. „Mistral is a powerful example of what Europe can achieve.“
Im Anschluss traf sich der Bundesdigitalminister zu einem bilateralen Austausch mit Arthur Mensch.
Der neue Münchner Standort bündelt Physicsal-AI-Forschung mit der TU München, Applied-AI-Engineering mit Industriepartnern wie BMW und Siemens Energy sowie die zentrale Betreuung strategischer Partner und der öffentlichen Verwaltung. Die Wahl fiel auf München, da dort ingenieurwissenschaftliche ExzellenzExpertise auf, industrielle Datenkompetenz und Talente zusammenkommentrifft, was die Entwicklung insbesondere industrieller KI fördert. , um souveräne KI-Infrastruktur und Frontier-Modelle für die europäische Wirtschaft voranzutreiben.
Bits & Pretzels: „Don’t observe – lead“
Am Dienstagvormittag ging es für Bundesminister Wildberger zum CIO AI Summit von „Bits & Pretzels“ Gemeinsam mit Dr. Fabian Mehring und Bits-&-Pretzels-Mitgründer Bernd Storm eröffnete er den Summit mit dem diesjährigen Motto „Lead the AI Revolution“. Karsten Wildberger machte in seinem Impuls klar, dass Souveränität keine abstrakte Forderung sei, sondern konkrete Infrastruktur brauche: „We must not interprete sovereignty always in a defensive way, we should see the offensive potential when comes to growth and value creation. Let's play offensive!“
Im anschließenden Q&A-mit Bernd Storm ging es neben der persönlichen KI-Nutzung des Ministers unter anderem um die Skalierung im Mittelstand sowie die Unverzichtbarkeit menschlicher Verantwortung bei strategischen Entscheidungen.
Besuch bei Drohnen- und Softwarehersteller Helsing
Im Anschluss informierte sich Wildberger bei der Helsing GmbH über Military AI und autonome KI-Systeme. Geschäftsführer Dr. Gundbert Scherf demonstrierte den unbemannten Kampfjet „Centaur“, einen KI-Piloten für den militärischen Luftkampf. Bei der Demonstration gewann die KI-gesteuerte Maschine in der Simulation mehrere Luftkämpfe gegen echte Piloten.
BMW: autonomes Fahren und Future Lab
Im BMW-seinem Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) erlebte Wildberger die Demonstration des BMW-zeigte BMW seinen Autobahnassistenten: Das System übernimmt bei bis zu 130 km/h dauerhaft Längs- und Querführung, der Fahrer muss nicht permanent überwachen, aber eingriffsbereit bleiben. Seit März 2024 ist diese Funktion in Deutschland, den USA und Kanada im 7er, X5, X6, X7, XM und iX bereits verfügbar. Danach ging es zum BMW Future Lab, einem Innovations- und Co-Creation-Raum der BMW Group IT am Digital Campus in München. Es dient als interaktiver Showroom und Inkubator für die digitale Transformation , insbesondere zu den Themen KI, Future Computing und virtuelle Welten/Internet of things. Mitarbeitende aller Ressorts von BMW arbeiten hier eng mit externen Partnern wie Hochschulen, Start-ups und Technologieunternehmen zusammen.
Im Future Lab präsentierte BMW konkrete KI-Use-Cases:„LIM“, ein Large Industry Model, das BMW in Zusammenarbeit mit Mistral AI unter anderem für die virtuelle Crashtestsimulation entwickelt wurde sowie die KI-Chatbot-gestützte Konfiguration eines BMW-Neuwagens. Dabei war Zeit für den persönlichen Austausch mit Dr. Nicolai Martin (Vorstand Einkauf), Dr. Franz Decker (CIO) und Dr. Mihiar Ayoubi (Bereichsleiter Fahrerlebnis) zu KI-Themen des Unternehmens. Im Future Lab präsentierte BMW das Unternehmen zwei konkrete KI-Use-Cases: „LIM“, ein Large Industry Model, das BMW in Zusammenarbeit mit Mistral AI unter anderem für die virtuelle Crashtestsimulation entwickelt sowie „FACE“, eine KI-gestützte Fehleranalyse in der Entwicklung . Im Anschluss war noch Zeit für den persönlichen Austausch mit Dr. Nicolai Martin (Vorstand Einkauf), Dr. Franz Decker (CIO) und Dr. Mihiar Ayoubi (Automatisiertes Fahren) zu KI-Themen des Unternehmens.
Siemens: Industrial Copilots & Robotik
Den Abschluss bildete der Besuch im Siemens Technology Center Garching bei CEO Dr. Roland Busch und Chief Scientist Urs Gleim. Im Technikum zeigte Siemens dem Bundesminister, welche KI-Anwendungen sie im Dauerbetrieb einsetzen und stellte konkrete Showcases zu Industrieller KI, KI-basierter Robotik und dem Industrial Metaverse vor.
Im direkten Austausch ging es insbesondere um die Standortbedingungen für die KI-Grundmodellentwicklung in Deutschland und Europa. Zentrale Fragen waren, ob und wie die aktuelle europäische Regulierung Investitionen in Europa bremst, welche konkreten rechtlichen Hürden – etwa der Schutz von Geschäftsgeheimnissen oder die Nutzung industrieller Trainingsdaten – der Entwicklung gegeben falls im Weg stehen, und wie der Transfer wissenschaftlicher Spitzenforschung – z. B. in der Robotik – schneller in wirtschaftliche Wertschöpfung überführt werden kann. Zudem wurde erörtert, welche Rolle nationale Förderprogramme und Roadmaps dabei spielen, die bestehende industrielle Stärke, beispielsweise im Maschinenbau und in der Robotik, für das KI-Zeitalter nutzbar zu machen.